Paris Saint-Germain verteidigt Champions-League-Titel

Der Henkelpott wird zu einem Pariser Wahrzeichen

31. Mai 2026, 00:14 Uhr

Paris Saint-Germain verteidigt den Titel in der Champions League. (Foto: Alexis Jumeau / Imago Images)
Paris Saint-Germain verteidigt den Titel in der Champions League. (Foto: Alexis Jumeau / Imago Images)

Als erst zweiter Verein nach Real Madrid gelingt Paris Saint-Germain im Finale von Budapest die Titelverteidigung in der Champions League. Die Franzosen setzten sich gegen den FC Arsenal im Elfmeterschießen durch – nachdem die Gunners früh durch Kai Havertz in Führung gegangen waren.

Von Sven Haist, Budapest

Real Madrid hat Kylian Mbappé unter Vertrag, aber Paris Saint-Germain scheint die Trophäe der Champions League gepachtet zu haben. Seit dem sagenumwobenen ablösefreien Abgang des französischen Weltmeisters im Sommer 2024 hat PSG zum zweiten Mal in Serie den Wettbewerb gewonnen. Eine Titelverteidigung war zuvor nur Real gelungen, das von 2016 bis 2018 sogar drei Mal hintereinander triumphierte.

Im Vergleich zum Vorjahr, als die Mannschaft von Luis Enrique den Finalgegner Inter Mailand deklassierte, erwies sich der FC Arsenal diesmal als deutlich hartnäckigerer Herausforderer. Erst im Penaltyschiessen, nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit und der Verlängerung, setzte sich PSG auf äusserst kuriose Weise durch – denn Goalie Matvey Safonov konnte keinen einzigen Elfmeter parieren.

Den entscheidenden Versuch der Gunners setzte Gabriel Magalhães über das Tor. Zuvor hatte bereits sein Teamkollege Eberechi Eze am Pfosten vorbei gezielt, während Arsenals Torwart David Raya nur den Schuss von Nuno Mendes abwehrte.

Der Henkelpott bleibt also in Paris und wird dort beinahe zu einem Wahrzeichen. «Eine ganze Stadt passt auf ihn auf», proklamierten die PSG-Fans vor Anpfiff – auf dem Bild nebenan war der Pokal innig umschlungen. Nachdem im Halbfinal zwischen PSG und dem FC Bayern noch das Spektakel dominierte und die Auseinandersetzung bereits als wegweisend angesehen wurde, erinnerte der Verteidigungsstil des FC Arsenal daran, dass Fussball nach wie vor ein Spiel ist, in dem verschiedene Strategien erfolgreich sein können.

Der Budapester Final zog genau daraus seinen Reiz: Arsenal stellte die beste Abwehr der diesjährigen Champions-League-Saison, während PSG für seine beeindruckende Offensivgarde gerühmt wurde. Doch die Spezialisten um Weltfussballer Ousmane Dembélé fanden diesmal kaum Spielzüge, um sich durchzusetzen.

Im Gegensatz zu den Bayern, die im Halbfinal einen offenen Schlagabtausch gesucht hatten, richtete sich Arsenal konsequent am Gegner aus. Dies deutete sich bereits in der Aufstellung an: Trainer Mikel Arteta liess mit vier gelernten Innenverteidigern in der Viererkette agieren. Um vor allem die gegnerischen Flügelspieler zu kontrollieren, zogen sich selbst Arsenals Offensivakteure zusätzlich weit zurück.

Beinahe durchgehend standen die Pariser vor der Herausforderung, einen dichten Verteidigungsblock zu überwinden, der an die Wachtruppen vor dem Buckingham Palace erinnerte. Kontergelegenheiten, in denen Dembélé & Co ihr gefürchtetes Tempo hätten ausnützen können, waren zunächst ebenso wenig vorzufinden wie Freiräume für schnelle Kombinationen.

Platz gab es in der ersten Halbzeit lediglich auf der anderen Spielhälfte – für Arsenal. Diesen nutzte Kai Havertz bereits in der sechsten Minute, als er von der Mittellinie allein auf das gegnerische Tor zulief. PSG-Captain Marquinhos hatte bei einer misslungenen Klärungssituation Havertz‘ Kollegen Trossard angeschossen, wodurch der Ball in seinen Lauf prallte. Aus spitzem Winkel zog der deutsche Nationalspieler ab. Der Ball flog so fulminant über den Kopf von Goalie Matvey Safonov hinweg ins Netz, dass von dem Schuss nur ein Kondensstreifen zu sehen war.

Neben der stoischen Defensivhaltung war PSG zunehmend von der harten Zweikampfführung und den Rhythmuswechseln der Londoner genervt. Bei nahezu jeder Unterbrechung verzögerte Arsenal das Spiel; erstmals geahndet wurde das kurz nach der Pause, als Cristhian Mosquera vor einem Einwurf verwarnt wurde. Der Spanier stand in Arsenals Startformation, weil der Rechtsverteidiger Jurriën Timber nach einer Verletzung noch nicht bereit für einen Einsatz von Beginn weg war.

Davon profitierte das zwischenzeitlich fast verzweifelt wirkende PSG. Als Chwitscha Kwarazchelia im Strafraum den Ball aufnahm, lief ihm Mosquera von hinten in die Beine – den Elfmeter verwandelte Dembélé zum 1:1 in der 65. Minute. Von einer gelb-roten Karte für Mosquera, der danach für Timber ausgewechselt wurde, sah Referee Daniel Siebert ab; er war der erste DFB-Finalschiedsrichter in diesem Wettbewerb seit Felix Brych 2017.

Der Ausgleich leitete eine abwechslungsreiche Schlussphase ein. Nun versuchte auch Arsenal, die Entscheidung zu erzwingen, vorrangig nach Freistossflanken. PSG kam zwar zu deutlich mehr Torschüssen, liess aber die Präzision vermissen. So ging es in die Verlängerung, in der kräftemässig kein Team abfiel, und anschliessend ins Penaltyschiessen – in dem dann ausgerechnet die Standardspezialisten des FC Arsenal das Nachsehen hatten.

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